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Hoch- und Tiefbunker in Stuttgart fanden nach dem Kriege Verwendung.

Sie wurden bis in die 60er Jahre, teilweise bis in die 70er Jahre bewohnt.

Trotz der Sprengorgien der allierten Besatzungsmacht.

Die Wohnungsnot war groß, der Verdienst gering.

Durch den langen Krieg waren viele Menschen traumatisiert, Hab und Gut verloren.

Dazu mehr - demnächst hier - in gewohnt schonungsloser Offenheit!

 

Als Schmankerl ein Zeitungsausschnitt der Stuttgarter Medienlandschaft aus dem Jahr 1955

 ...

 

 

 

Nutzung nach dem Krieg:

 

Durch die Vertreibung der Menschen aus den Ostgebieten sowie Zerstörung von Wohnraum durch die Bombenangriffe der Allierten, waren die Menschen auf der Suche nach Arbeit und Heimat.

Neben den Menschen die von den Siedlungsbauprogramme profitieren konnten, gab aber sehr viele Menschen die durch den Rost fielen und kein Zimmer, geschweige denn eine Wohnung finanzieren konnten. Insbesondere Frauen (Witwen mit Kindern) hatten es sehr schwer eine bezahlbare Unterkunft zu bekommen.


Der Pragbunker zum Beispiel war ein reiner Männerbunker

– erste Nutzung als Wohnbunker 1947

Hochbunker - 7 Stockwerke über der Erde – 1 Kellerstockwerk

Gesamtkabinenzahl: 52

2 Mann-Kabinen: 6 qm

4 Mann-Kabinen: 10 qm

Pro Stockwerk: 8 Kabinen, 4 Wcs mit angrenzenden Waschräumen

2 x pro Woche Müllabfuhr

Beleuchtung: elektrisch

Belüftung: zentral

Befeuerung: 2 Öfen mit Koksbefeuerung

Träger: evangelische Gesellschaft

 

Von den durchschnittlich 140 männlichen Bewohnern waren ca. 10 ohne Arbeit.       In der Regel wurde in den umliegenden Fabriken in Schicht gearbeitet.                     Im Bunker war ein gemischtes Publikum aus u.a...Trinkern, Randalierern, Schizophrenen, Taubstumme, Asthmatikern, Männer mit offener Tbc, Bettnässern, Verwahrlosten, körperlich und seelisch erschöpften Männern – jeder beschwerte  sich über jeden – aber alle über die Belüftungsanlage.  Die mit ihrem Dröhnen den Schlaf raubte aber für etwas Luftzirkulation sorgte. Wurde sie dann oft wochenlang nicht betätigt, zog die Feuchtigkeit in die dicken Betonwände, die nicht als Wohnzimmerwände geplant waren.


Die Bunkerbetten wurden natürlich regelmäßig mit DDT eingepudert – wenn die Luft wieder rein war, kamen die Wanzen, Läuse und Flöhe wieder ins Bett.


Die Übernachtung pro Bett mit ½ jährlichen Wechsel der Wolldecke kostete für ein einfaches Stockbett in einer Mehrbettkabine 6 Mark pro Woche und für das Luxuseinzelbett auf 6 qm 9,50 Mark. Bei einem monatlichen Verdienst von ca. 500-600 Mark.

 

 

Aufgelöst wurde der Pragbunker im Dezember1966

– die letzten 4 Männer zogen in das Wohnheim am Rotweg.

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Luftschutzarchiv Baden Württemberg  | postanrolf@googlemail.com 0177 6150008